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Österreichs Reform des Online-Glücksspielmarkts stößt früh auf Hürden

Österreichs Reform des Online-Glücksspielmarkts stößt früh auf Hürden

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Österreichs Schritt zu strengerer Regulierung von Online-Casinos erinnert an Deutschlands Glücksspielstaatsvertrag, wo Einsatz- und Einzahlungslimits sowie höhere Steuern das Gleichgewicht zwischen Spielerschutz und Marktfähigkeit auf die Probe stellen.

Der vorliegende, noch zu prüfende Entwurf sieht vor, den staatlich kontrollierten Online-Casino-Anbieter Win2Day, dessen 15-jährige Lizenz am 1. Oktober 2027 ausläuft, durch ein reguliertes Mehranbieter-System zu ersetzen.

Unternehmen müssen ihr EU-Geschäft bis Januar 2027 einstellen, sonst droht der Ausschluss. Dadurch entsteht eine Lücke von neun Monaten, bevor neue Lizenzen vergeben werden, was Betreiber zwingt, Spielerforderungen zu klären und Steuerschulden in Millionenhöhe zu begleichen.

Bedenken zum Zeitplan der Regierung

Rund um den anvisierten Zeitplan der Regierung herrscht viel Skepsis. Selbst wenn das Gesetzespaket noch in diesem Sommer verabschiedet wird, muss Österreich zunächst die Notifizierungsverfahren der EU abschließen, bevor das Gesetz in Kraft treten kann.

Im Anschluss müssen die Behörden ein neues Lizenzsystem ausarbeiten, Anträge prüfen, Genehmigungen erteilen und eine eigene Glücksspielaufsicht benennen, die die derzeitigen Aufgaben des Finanzministeriums übernimmt.

Kenner des österreichischen Gesetzgebungsverfahrens halten es für wenig realistisch, all dies in etwa einem Jahr zu schaffen. Einige verweisen zudem auf mögliche rechtliche Anfechtungen auf europäischer Ebene, die den Prozess weiter verzögern könnten.

Diese Unsicherheit schürt die Sorge, dass der Rückzug lizenzierter Anbieter Spieler ungewollt zu Offshore-Websites treiben könnte, die österreichische Kundinnen und Kunden weiterhin akzeptieren.

Branchenverbände meinen, dass gerade diese bekannten Marken die Hauptprofiteure einer längeren Übergangsphase wären.

Außerdem könnte die geplante Steuer von 45 Prozent auf Online-Glücksspieleinnahmen, zusammen mit den Kosten für die Abwicklung historischer Ansprüche, selbst große internationale Unternehmen von Lizenzanträgen abhalten.

Auflagen und ihre Folgen für Spielerinnen und Spieler

Die Reform sieht verpflichtende Pausen vor, begrenzt den Einsatz pro Spiel auf 5 € und deckelt Gesamtgewinne bei 10.000 €.

Spielerinnen und Spieler unter 26 Jahren dürfen wöchentlich höchstens 250 € einzahlen, Ältere bis zu 1.680 €. Höhere Limits sind nur nach Prüfung möglich.

Fachleute bezweifeln, dass diese Beschränkungen gegenüber unlizenzierten Seiten konkurrenzfähig sind, und verweisen auf die Erfahrungen in Deutschland. Ziel ist ein regulierter Markt mit stärkerem Verbraucherschutz, doch ob die Maßnahmen greifen, ist noch unklar.


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